Nachruf für Anne

September 5, 2021 in Allgemein

Eine weißhaarige Frau, die einen Schal mit Runen und Flechtmuster trägt, sitzt in einem Stuhl und erzählt.

Anne als „Meta, die Mythenerzählerin“

Am Dienstag, den 24. August verstarb Annemarie Paysen-Petersen. Sie wurde 1935 in Dresden geboren und studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Nach Beteiligung an einer regimekritischen Demonstration musste sie in die Kunsterziehung wechseln. Gerne berichtete sie mit einem Schmunzeln davon, dass sie während der damals vorgeschriebenen politischen Vorlesungen heimlich unter dem Tisch Bücher zum Thema Mythologie las. Nach dem Abschluss unterrichtete sie noch ein Jahr in der DDR, floh jedoch 1958 mit Ihrer Familie in den Westen, holte die Referendariatszeit nach und arbeitete bis 1997 als Gymnasiallehrerin an der Lornsenschule in Schleswig.

Als wir sie vor etwa neun Jahren kennenlernen durften, hatte sie die Jahre Ihrer Pensionierung bereits für ausgiebige Reisen zu vielen interessanten Stätten der Vorgeschichte und der Wikingerzeit genutzt. So schwärmte sie vom Besuch der rekonstruierten Kreisgrabenanlagen in Goseck und konnte von Aufenthalten auf Island, „L’Anse aux Meadows“ in Kanada, dem russischen St. Petersburg und auch von nahezu sämtlichen Wikingermuseen Skandinaviens berichten. Dieses umfangreiche Wissen nutzte sie sowohl bei Ihrer langjährigen Tätigkeit als Moderatorin des Wikingermuseums Haithabu als auch bei Ihren Auftritten als „Geschichten- und Sagenerzählerin Meta“.

Anne bereicherte unsere Aktivitäten nicht nur durch ihre Geschichten, sondern auch durch ihre Gemälde, welche wir in unserem Geschäft ausstellten.

Über einem Büchertresen hängt ein Bild mit einer Malerei eines knorrig gewachsesen Baumes.

Die „Hainbuche bei Haithabu“

In einem Schaufenster hängt über einer Warenpräsentation von Trinkhörnern und Met ein Bild, das gemalt ein wildes Rudel Wölfe zeigt.

„Wolfszeit“

Als Künstlerin war sie lange aktiv im Kunstverein Schleswig tätig und lud in Zusammenarbeit mit diesem noch vor drei Jahren zu Ihrer eigenen Vernissage mit dem Titel „Dunkle Mächte“ ein. Hier wurden ausschließlich Bilder von Ihr gezeigt, sie beteiligte sich aber gerne auch mehrfach an Gemeinschaftsausstellungen. Anne hatte dabei jedoch manchmal einen eigenen und auf ihr mythologisches Interesse ausgerichteten Ansatz, wie z. B. an einer Ausstellung zur Eröffnung des neuen Klinikums in Schleswig 2016 zum Thema „Familie“. Anne empfand die thematische Aufgabe zunächst als „stinklangweilig“, wollte aber trotzdem teilnehmen und erklärte mit schelmischem Grinsen: „Ich hab da schon eine Idee!“ Und diese hatte sie tatsächlich, denn Ihren Blick auf das Thema Familie hielt sie in einem Gemälde fest, das (für Kenner recht eindeutig) den riesischen Gott Loki, lässig im Schoß seiner barbusigen Riesenfrau Angrboda lehnend, mit seinen drei Kindern, nämlich der noch kleinen Midgardschlange, einem knuddeligen Fenriswölfchen und der jungen Totengöttin Hel zeigte.

Ebenfalls 2016 war Anne als Dozentin für die Volkshochschule Schleswig tätig. An vier Abenden erzählte sie dort vergleichend über die „Götter und Heroen der Griechen und Germanen“, also über „Siegfried und Achilles“, „Wieland und Hephaistos“, „Loki und Prometheus“, sowie über „Gudrun und Medea“ – immer nahezu komplett auswendig!

Anne wurde im Kreis ihrer Familie in Schleswig beerdigt und in der Traueranzeige ist zu lesen: „Niemand sieht den Abend, wenn die Norne sprach“. Mit Ihren über 80 Jahren erwähnte sie wiederholt, dass sie ihr Ende noch lange nicht erwarten würde. In der letzten Zeit ist es ihr jedoch leider nicht mehr möglich gewesen, ihr Leben wie gewohnt oder geplant zu führen. So, wie wir sie kennen lernen durften, wird sie nun wohl als Skaldin Odins Tafel bereichern.

Danke, dass wir Dich kennenlernen durften!

Eine schwarz-weiße Zeichnung, sparsam mit rot versehen, zeigt Loki im Kreise seiner Familie.

Auszeit

August 22, 2021 in Öffnungszeiten

Wir benötigen mal eine kleine Auszeit vom alltäglichen Ladengeschäft

und verabschieden uns daher für ein paar Tage von Euch.

Unser Onlineshop www.Beowulf-Shop.de läuft natürlich ohne Unterbrechung weiter und

ab Mittwoch den 01.09.2021 sind wir wieder wie gewohnt für euch da.

In dringenden Fällen erreicht Ihr uns entweder per Mail oder über die weitergeleitete Telefonnummer des Ladens: 04621 9897692

Diesen Sommer geöffnet! :-)

Juni 2, 2021 in Allgemein, Öffnungszeiten

In den letzten Tagen gab es etwas Verwirrung um unsere Öffnungszeiten, deshalb hier nun die Ankündigung, dass wir unseren Laden bis auf weiteres ganz regulär geöffnet haben:

Montags bis Freitags jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr und Sonnabend 10:00 bis 14:00 Uhr

Die gesetzlich vorgeschriebene Maskenpflicht gilt selbstverständlich weiterhin. Personen ohne Maske (medizinischer Mund-Nasen-Schutz oder FFP2), dürfen wir aus Sicherheitsgründen nicht in unseren Räumen dulden. Wer keine Maske tragen darf oder mag, kann wie bisher im www.beowulf-shop.de bestellen. Um die empfohlenen Abstände von mindestens 1,5 m einzuhalten, dürfen bis zu sechs Kunden im Laden sein, Familien können zum gemeinsamen Besuch gerne kurz anfragen – wenn gerade nichts los ist, finden wir da sicher einen Weg.

Wir freuen uns auf Euch!

Kalender „Der Jahreskreis 2021- Eine Heidnische Reise“ verfügbar!

Dezember 8, 2020 in Allgemein, Der Jahreskreis, Warenangebot

Nach zwei Jahren Pause können wir Euch ab sofort den Kalender „Der Jahreskreis 2021- Eine Heidnische Reise“ wieder anbieten!

 

 

 

Weil es sich hierbei natürlich um eine Ware mit Haltbarkeitsdatum handelt, gilt „solange Vorrat reicht“, also holt ihn Euch bald im Laden oder im www.beowulf-shop.de! 😉

 

Laden wieder geöffnet!

April 19, 2020 in Allgemein, Öffnungszeiten

Liebe Freunde, liebe Kunden,

ab morgen, Montag den 19.04.2020 ist unser Ladengeschäft wieder ab 10:00 Uhr geöffnet und wir freuen uns auf Euren Besuch!

Laut Landesverordnung des Landes Schleswig-Holstein darf sich maximal eine Person je 10 m² im Laden befinden, bei 80 m² wären das somit acht Personen, abzüglich zwei Mitarbeiter ergibt höchstens sechs Kunden gleichzeitig. Also kommt bitte nicht gleich mit der Großfamilie oder der kompletten Wikingergruppe im Schlepp zu uns… 😉

Ob Ihr uns mit oder ohne Maske besucht, überlassen wir Euch – noch ist das nicht vorgeschrieben. Bemüht Euch aber bitte, den vorgeschriebenen Abstand von mindestens 1,50 m zu wahren und bei jeglichen Erkältungsanzeichen lieber zu Hause zu bleiben, dann haben wir alle eine Chance auf Gesundheit!

 

Der Corona-Virus und seine Folgen für uns

März 19, 2020 in Allgemein

Glücklicherweise sind wir bisher nicht ersthaft erkrankt, aber die wirtschaftliche Situation läßt uns momentan nicht gerade besonders ruhig schlafen…

Den nachfolgenden Text haben wir bereits vor zwei Tagen bei Facebook gepostet. Bis heute wurden damit über 11.000 Personen und knapp 4000 Interaktionen erreicht. Möglicherweise ist der Inhalt inzwischen auch bei dem einen oder anderen Politiker angekommen und es wird vielleicht einmal geprüft, ob eine gemeinnnützige, öffentlich-rechtliche Institution in kommunaler Trägerschaft, wie die Förde Sparkasse mit einer solchen Aktion wirklich gemeinnützig handelt. Einige der Kommentatoren benutzten das harte Wort „Abzocke“ und andere formulierten etwas eleganter „Die damals mit Steuergeldern geretteten Banken revanchieren sich“. Mehrfach wurde auch das „Milliardenschwere Hilfspaket für Unternehmen“ der KFW erwähnt, aber die KFW Kredite werden nur über die Banken vergeben und weil die kaum etwas daran verdienen, versucht man dort lieber sein eigenes, völlig überteuertes Zeug zu verkaufen, aber lest selbst:

Auf Grund der behördlich angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus wurden bereits die meisten Marktveranstaltungen des Frühjahrs abgesagt und nun auch noch unser Laden geschlossen. Die Einnahmen des Onlineshops können diese Verluste bei weitem nicht auffangen, daher baten wir unsere Hausbank, die „Förde Sparkasse“ wegen der überall angepriesenen „Corona-Hilfen“ um Rückruf und dieser erfolgte heute. In dem Telefonat wurde uns ein fantastisches Angebot unterbreitet: Für nur 17 % Zinsen könne man uns kurzfristig, ganz unbürokratisch (und sicher auch ganz uneigennützig…) einen Kredit zur Verfügung stellen! Und siehe da: Im Preisaushang finden sich tatsächlich 17,29 % für „geduldete Kontoüberziehung“ und 11,79 % für die „eingeräumte Kontoüberziehung“, aber für letzteres sind wir offensichtlich nicht solvent genug! Desweiteren erhielten wir eine Telefonnummer der Investitionsbank S-H (die uns bereits bekannt war…), um uns dort beraten zu lassen. Die IB S-H hatte uns vorher an die Hausbank verwiesen, da sie sich nur als beratendes Förderinstitut versteht und selbst gar keine Mittel herausgibt, aber das macht ja nix… Eine weitere „Corona-Hilfe“ für Kleinunternehmen unterbreitet übrigens der „TourismusCluster.SH„. Auf der Website werden die Voraussetzungen genannt, da ist die Rede von „Ausreichender Eigenkapitalbasis“ oder „Nachhaltiger Kapitaldienstfähigkeit“ und als Ergänzung wird auch eine „mögliche, stille Beteiligung“ erwogen…

Soviel spannende Möglichkeiten, welche sollen wir nur wählen?


Dieses Schild hängt nun bei uns am Schaufenster:

 

An den verfügbaren Hilfsangeboten hat sich bis heute leider nichts geändern und wie uns glaubhaft versichert wurde, halten sich nicht einmal alle Finanzämter an die Vorgaben Ihres obersten Dienstherren, die Einkommensteuervorauszahlungen für betroffene Unternehmen auszusetzen. Nahezu sämtliche Ankündigungen von Hilfsleistungen für Kleinunternehmer durch Politiker erwiesen sich bisher als heiße Luft! Solange hier immer wieder Kredite ins Spiel gebracht werden, die ganz regulär über die Hausbanken nach den Kreditvergaberichtlinien „Basel 2“ vergeben werden, ist damit keinem Künstler, keinem Kneipeninhaber und auch keinem anderen Kleingewerbler geholfen!

 
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