Slawentage im Oldenburger Wallmuseum

Juli 18, 2019 in Öffnungszeiten, Veranstaltungen

Wir sind an diesem Wochenende in Oldenburg in Ostholstein, denn dort sind im Wallmuseum am 20. und 21. Juli die Slawentage.

Ein Schriftzug mit dem Namen der Veranstaltung, darunter zwei Männer, die Kleidung und Waffen im frühmittelalterlichen Stil haben, im Hintergrund unscharf lehmverputzte Häuser mit Reetdach.

Das Foto, das das Museum für die Slawentage verwendet, stammt von www.mittelalter-seelenfaenger.de

Wir haben daher den Laden in Schleswig am Freitag und Samstag geschlossen. Am Montag, dem 22.7.2019 sind wir wieder im Lollfuß anzutreffen. Wir würden uns freuen, Euch auch in Oldenburg auf dem Markt zu treffen!
Ralf und Martje

UNESCO Weltkulturerbe Haithabu und Danewerk

Juli 1, 2018 in Ausflugstipps, Umgebung, Wikinger

Nach über 14 Jahren (!) „Bewerbungs- und Auftragsmaraton“ durch die Initiative von Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim wurden Haithabu und Danewerk nun endlich in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Vielen Dank für dieses schier unglaubliche Durchhaltevermögen!

Der Name Haithabu ist durch das Wikingermuseum Haithabu ja schon ziemlich bekannt, aber was ist mit dem Danewerk und seinem kleinen, aber feinen und sehr speziellen Museum?

Der Ort Dannewerk wurde nach seiner Lage am größten archäologischen Bodendenkmal Nordeuropas benannt, einem kilometerlangen Wall, dem Danewerk. Dieser sperrte die Halbinsel Jütland mit ihrer Lage zwischen Nord- und Ostsee an ihrer schmalsten Stelle über Jahrhunderte in Ost-West-Richtung ab und ist noch heute über viele Kilometer in der Landschaft zu erkennen. Das kleine Museum mit dem daran anschließenden archäologischen Park ist auf jeden Fall einen Besuch wert:  Danewerk-Museum (dänisch Danevirke-Museum). Es ist als „Danevirkegaarden“ bei Google Maps zu finden und von unserem Laden im Lollfuß knappe 7 Kilometer entfernt. Dieses Museum gehört nicht zu den Landesmuseen Schleswig-Holstein, wie z. B. das Wikingermuseum Haitabu oder auch das archäologische Museum in Schloss Gottorf, sondern es befindet sich im Eigentum der Organisation des dänischen Bevölkerungsteils unserer Region, der Sydslesvigsk Forening.

Faltblätter des Museums auf unserem Tresen

Neben der Information über die archäologische Bedeutung des Danewerkes ist im Museum auch eine Ausstellung untergebracht, die den Deutsch-Dänischen Krieg und die Folgen für die hier lebenden Dänen thematisiert. „Schleswig“ ist eben nicht nur eine Stadt oder ein Namensteil eines Bundeslandes, sondern ehemalige Hauptstadt des zweisprachigen Herzogtums Schleswig, das aus dem Jarltum Süderjütland hervorging. Es kam damals in zweisprachigen Gebieten zu Abstimmungen über die Staatszugehörigkeit. Die heftige Polemik, mit der beide Seiten damals „argumentierten“, ist in der Ausstellung sehr anschaulich dargestellt. Wir meinen, dass dieses Museum eine gute Ergänzung zum Wikinger Museum Haithabu und ein weiterer Ausflugstipp in unserer „Wikingerregion“ ist. Empfehlenswert ist es auch an Tagen, an denen für den Besuch der „großen“ Museen nicht genügend Zeit ist oder an denen Ihr lieber mehr Draußen unterwegs sein wollt.

Die Perspektive des Fotos ist ganz dicht an der Mauer nach oben hin gerichtet, die Wand wirkt sehr hoch.

Außerhalb des Museums ist nämlich die Wallanlage zu besichtigen. Direkt neben dem Museum wurde 2010, 2011, 2013 und 2014 archäologische Grabungen durchgeführt, weil sich hier das historische Tor in dieser Sperranlage befand. Dort führte der historische Ochsenweg durch das Danewerk hindurch. In der Nähe ist auch ein Abschnitt zu sehen, der aus der Zeit stammt, als der Wall mit Ziegeln als „Waldemarsmauer“ verstärkt wurde. Die (angenommene) ursprüngliche Dimension dieser Mauer mit mehreren Kilometern Länge, einer Tiefe von 2 bis 3 Metern und einer Höhe von bis zu 7 Metern macht sie zum größten Ziegelmauerwerk Nordeuropas.

Blick zwischen Eichen und über Wiese hinweg entlang des Weges am Danewerk auf die rekonstruierte Schanze.

Die Wallanlage wurde rund 1500 Jahre militärisch genutzt und fand ihre letzten Verwendungen auch in neuzeitlichen Kriegen. Daran erinnert die rekonstruierte Schanze, die eine von insgesamt 27 war und von der aus im Deutsch-Dänischen Krieg die Kanonen abgefeuert wurden. Auch als die Nazis im Laufe ihres Kriegsirrsinns kalte Füße bekamen und von allen Seiten das Nahen der Alliierten befürchteten, sollte ein erneuter Umbau des Danewerkes die feindlichen Panzer aus dem Norden stoppen. Glücklicherweise galt dem „Reichsheini“ Himmler und weiteren die Archäologie nicht nur als Begründung für Expansionskriege, sondern ließ ihn die Wallanlage wohlmöglich als „heiligen Boden“ sehen, der – leider im Gegensatz zu vielem anderen – nicht komplett zerstört werden durfte.

Blick von der Erthöhung der Schanze aus auf die flachere Seite, an der der Weg empor führt. Im Hintergrund sind Wiesen und Wäldchen sowie der Picknicktisch am Weg zu erkennen.

Der anderen Richtung folgend finden sich die Grabhügel „Thyraburg“ und die „Twee Bargen„. Wer Spaß am Radfahren hat, kann vom Danevirkegaarden aus den Radweg-Ausschilderungen des Thorshammerweges folgen, der nach Haithabu führt. Außerdem gibt es den Ochsenweg-Radweg, der von hier aus über die Dörfer Hüsby, Schuby, Lürschau und Neuberend weiter nach Schleswig und wieder nach Haithabu führt.

Ein Schild zur Kennzeichnung des Radweges Thorshammerweg, der durch die Abbildung eines Thorhammer-Amulettes und eines Fahrrades gekennzeichnet ist.

Nur im Museum und bei uns im Laden gibt es übrigens den „Danevirke Museum“-Met zu kaufen, auf dem sich das Logo des Museums mit den beiden Raben wiederfindet.

Eine Flasche Met mit Etikett, das Elemente des Logos des Museums aufgenommen hat: Roter Hintergrund, zwei schwarze Raben im Flug, den Museumsnamen in Grautönen und das Wort "Met" in beiden Sprachen.

 
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