von Martje

Ausflugstipp: Grabhügel mitten in Eckernförde

März 4, 2018 in Ausflugstipps, Umgebung von Martje

Wer diesen Grabhügel besuchen möchte, muss sich nicht im Gummistiefeln über Trampelpfade schleichen und in der norddeutschen Knicklandschaft verirren, denn der Standort ist sogar per Navi auffindbar und mit dem Auto zu erreichen: Er liegt an der Straße Osterrade 25 – 27 mitten im Wohngebiet des Stadtteils Wilhelmstal in 24340 Eckernförde. (Das ist also nicht „mitten“, sondern im Südosten der Stadt. Die Anlage liegt jedoch inmitten von Wohnblöcken, was sehr ungewöhnlich ist.)

Ein ca. 4 m hoder, grasbewachsener Hügel mit einem großen Baum oben drauf. Im nahen Hintergrund ist ein Mehrfamilienhaus zu sehen.

Wegen der Perspektive scheint dieses Foto mit der Straßenansicht von Südosten aus ein Wohnhaus auf einem Hügel zu zeigen. Von Nordosten aus ist das Hügelgrab schon klarer zu erkennen:

Eckernförde Grabhügel Nordostansicht

Die Aufnahmen machten wir im feuchten Winter 2017, bevor es frostig und verschneit wurde. Da wären Gummistiefel doch fast eine Empfehlung gewesen… Es sind die Spuren von Gehölzschnittarbeiten, aber auch die Neuanpflanzung von Bäumen zu sehen.

Nahaufnahme der Infotafel, die über die Geschichte dieser Grabhügel informiert.

Hier eine Nahaufnahme der leider etwas vermoosten Infotafel. (Beim nächsten Besuch haben wir einen Lappen dabei, versprochen.) Auf der Tafel sind Zeichnungen eines beispielhaften Hügelquerschnittes mit Baumsarg und eine Karte, auf der im Gebiet der heutigen Eckernförder Stadtteile Marienthal und Wilhelmstal viele Megalithgrabanlagen eingezeichnet sind. Der Text informiert, dass dieser Hügel einst Teil eines vorgeschichtlichen Gräberfeldes mit insgesamt 21 bekannten Grabhügeln in diesem Bereich war. Er ist im Stadtgebiet der letzte erhaltene. Im Jahr 1967 wurden die benachbarten Wohnblocks erbaut, wobei der Hügel teilweise eine neue Steineinfassung bekam und unter Denkmalschutz gestellt wurde. Darunter stehen noch allgemeine Infos zu Megalithanlagen und vorgeschichtlicher Grabkultur.

Wegen der Erreichbarkeit mit dem Auto hätte diese Anlage fast schon die Bezeichnung „Frühgeschichte-Drive-In“ oder „barrierefrei“ verdient. 😉 Ähnliches gilt auch für das Langbett von Karlsminde, welches jedoch nicht im Stadtgebiet, sondern mitten in der Agrarlandschaft Schwansens liegt.

von Ralf

Slawentage 2017

Juli 20, 2017 in Ausflugstipps, Öffnungszeiten von Ralf

Im Wallmuseum in Oldenburg / Holstein finden am kommenden Wochenende, Sonnabend 23.7.2017 und Sonntag 24.7.2017 die alljährlichen Slawentage statt und wir sind natürlich dabei!

„Auf den Slawentagen im Oldenburger Wallmuseum treffen sich am 22. und 23. Juli Krieger, Händler und Handwerker aus ganz Europa und lassen das 9. und 10. Jahrhundert in all seinen Facetten wieder auferstehen: Schmiede formen aus glühendem Eisen kunstvolle Messer, Garne und Tuche werden in Pflanzensuden gefärbt, Silberschmiede und Glasperlenmacher stellen kostbare Schmuckstücke her. An den Marktständen gibt es vielfältige Waren zu kaufen, die sich nicht nur für Enthusiasten eignen. So sind beispielsweise handgeschmiedete Werkzeuge heutzutage ebenso funktional wie im Mittelalter, mit natürlichen Farben gefärbte Tuche verleihen auch heutigen Kleidungsstücken eine einmalige Note und mittelalterlicher Schmuck wirkt bemerkenswert oft sehr modern.

Höhepunkte des Programms sind neben den Vorführungen von Kleidung und Bewaffnung der Wikinger und Slawen die großen Schlachten. Stehen Sie mittendrin und nicht nur daneben, wenn Krieger sich darin versuchen, die Burg von „Starigard“ zu erobern. Kämpfer landen in Schiffen an und stürmen das Walltor, während die verzweifelten Verteidiger den Burgwall bemannen und die Angreifer mit Speeren und Steinen zurückzuschlagen versuchen.

Für Groß und Klein wird ein breites Programm zum Mitmachen angeboten: Überqueren Sie den See auf einer Seilfähre oder lauschen Sie mittelalterlicher Musik der Band „Percival“. Kinder können die mittelalterlichen Siedlungen mit einer Rallye erkunden oder im historischen Backhaus selbst Brot backen. Außerdem sind Gäste eingeladen, verschiedene mittelalterliche Handwerke selbst auszuprobieren. Und natürlich ist auch reichlich für das leibliche Wohl mit einer großen Auswahl Süßem und Herzhaften gesorgt.“

Unser Laden ist daher von Freitag, 21. 7. bis Sonntag, 23.7. geschlossen.

Ab Montag, 24.7. sind wir wieder für Euch da!

Macht doch einen Ausflug und besucht uns dort, wir freuen uns auf Euch!

Ein Boot slawischer Bauart hält, mit Kriegern bemannt, auf einen Anleger zu. Im Hinmtergrund sind Zelte aufgebaut.
Von welchem Fotografen wir dieses Foto geklaut haben, ist ja deutlich zu lesen. Besucht doch mal seine Galerien von den letztjährigen Slawentagen unter www.mittelalter-seelenfaenger.de !

von Ralf

„Mittelalterey“ in Lütjenbur 2017

Juli 6, 2017 in Allgemein, Ausflugstipps von Ralf

Mittelalterey nennt sich die alljährliche Marktveranstaltung der Turmhügelburg in Lütjenburg im Juli, zu der wir nun unterwegs sind. Unser Laden ist daher am Freitag, 7.7. und Sonnabend, 8.7.2017 geschlossen. Diesesmal steht das historische Handwerk im Mittelpunkt und die Besucher dürfen sich auf eine spannende Handwerker-Quiz-Ralley für Kinder und Erwachsene freuen. Natürlich gibt es auch wieder Schaukämpfe zu erleben und mittelalterliche Musik zu hören. Außerdem sind auch die „kessen Mini-Wikinger Ask und Embla“ (O-Ton Turmhügelburg 😉 ) vom Heidentheater wieder dabei:

Das Heidentheater

Das wird ein erlebnisreiches Wochenende – besucht uns doch dort, dann erlebt ihr auch was! 🙂

 

von Ralf

Der Lollfußer Mythenpfad

Oktober 30, 2015 in Ausflugstipps, Das Haus im Lollfuß 15 von Ralf

 

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„Ein Lehr- und Erlebnispfad für nordische Mythologie und regionale Legenden im 7. Quartier der Wikingerstadt Schleswig“ lautet der Titel eines Konzeptes, welches ich vor ziemlich genau einem Jahr schrieb, um es danach meinen Vorstandskollegen der „Interessengemeinschaft Pro Lollfuß“ vorzulegen. Natürlich habe ich an die Umsetzung dieses Vorhabens geglaubt, aber dass es letztendlich mit einem solchen Enthusiasmus und mit einer derartigen Geschwindigkeit losgehen würde… Nein, davon wagte ich nicht einmal zu träumen!

An dieser Stelle möchte ich daher zunächst allen danken, die in unterschiedlichster Weise dazu beigetragen haben, dieses Vorhaben umzusetzen! Dazu gehören an erster Stelle der Vorstand sowie die vielen aktiven Mitglieder der „Pro Lollfuß Interessengemeinschaft“, aber auch den Künstlern Arndt Mathan, Sven Bliesener, Daniel Siedel und Armin Lohmann, der Stadt Schleswig sowie vielen anderen Menschen und Institutionen aus Schleswig und Umgebung, von denen einige auch als „Mythen-Mäzene“ aufgetreten sind. Gedankt werden soll aber auch den ganzen kleineren Spendern, welche halfen, die Spendendosen in den Lollfußer Geschäften zu füllen. All dieses hat nämlich dazu beigetragen, dass der Lollfußer Mythenpfad heute nicht nur existiert, sondern auch bereits durchfinanziert ist!

Nach nicht einmal einem Jahr sind nun bereits neun Stromkästen gestaltet und es wurden zwei Skulpturen aus Lindenholz erstellt. Die Internetseite www.lollfusser-mythenpfad.de steht bereits, ein Logo existiert, Flyer wurden gedruckt und verteilt und sogar erste Merchandise Produkte werden schon angeboten. Im Hintergrund laufen bereits Gespräche mit weiteren Spendern, aber auch über zukünftige Projekte und entsprechende Standorte – was bedeutet, es wird definitiv weitergehen!

Hier die gestalteten Stromkästen:

So sehen die Flyer aus, die in vielen Lollfußer Geschäften mitgenommen werden dürfen:

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Unsere neuen Skulpturen erzählen die Geschichten von Freyja und den vier Zwergen sowie von Tyr und Fenrir:

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Impressionen von der Einweihungsfeier der Skulpturen:

Ralf Matthies im Oktober 2015

von Martje

Schon Theodor Storm schrieb über guten Met und das Wetter…

August 2, 2014 in Ausflugstipps, Umgebung von Martje

Blick über die Steine des Langbettes hinweg auf die staubiggelbe Weite abgemähter Getreidefelder.

„Dunst ist die Welle,
Staub ist die Quelle!
Stumm sind die Wälder,
Feuermann tanzet über die Felder!

Nimm dich in acht!
Eh‘ du erwacht,
Holt dich die Mutter
Heim in die Nacht!“

Mit diesem Spruch kann die Regentrude geweckt werden. So hat es Theodor Storm in seinem gleichnamigen Märchen geschrieben. Als ob er eine Lehre über ökologisches Gleichgewicht und Heidentum hätte verfassen wollen, ist der tiefere Sinn des Märchens, dass es verheerende Dürre nur gibt, wenn die Menschen die Regentrude nicht mehr besuchen und ihr Gaben mitbringen, ihr also opfern. Dann schläft sie einsam ein und es regiert der Feuermann mit ernte- und saatvernichtender Hitze. Interessanterweise bekommen die Menschen nicht nur Regen von der Trude, sondern auch andere Gegengaben. So erhielt die Urahne etwas Wiesenhonig von ihr. Daraus bereitete sie einen Met, den Maren jetzt als Wegzehrung bekommt, als sie loszieht, die Regentrude erneut zu wecken. Denn der Weg zur Trude, den Maren mit Andrees nehmen muss, ist kein Spaziergang:

„Plötzlich blieb Maren stehen und lehnte sich mit geschlossenen Augen an den Stamm einer Weide. »Ich kann nicht weiter«, murmelte sie; »die Luft ist lauter Feuer.« Da gedachte Andrees des Metfläschchens, das sie bis dahin unberührt gelassen hatten. – Als er den Stöpsel abgezogen, verbreitete sich ein Duft, als seien die Tausende von Blumen noch einmal zur Blüte auferstanden, aus deren Kelchen vor vielleicht mehr als hundert Jahren die Bienen den Honig zu diesem Tranke zusammengetragen hatten. Kaum hatten die Lippen des Mädchens den Rand der Flasche berührt, so schlug sie schon die Augen auf. »Oh«, rief sie, »auf welcher schönen Wiese sind wir denn?«

Das Foto zeigt die staubige Stoppelfeldweite auf der Halbinsel Schwansen am Langbett von Karlsminde. Die Getreideernte muss hier zur Zeit nicht wegen Regen unterbrochen werden, wohingegen der Süden im Regen ertrinkt. Wie immer hat alles zwei Seiten: Die Touristen freuen sich über das tolle Urlaubswetter, aber nicht nur die Bäume fangen schon an, unter den Hochsommertemperaturen und der Trockenheit zu leiden. Wer den Weg nach Karlsminde und anderen interessanten Großsteingräbern in der Nähe beschrieben haben möchte und noch etwas Met als Wegzehrung oder Opfergabe braucht, kann gern bei uns nachfragen. Und natürlich haben wir auch Tipps für Regenwetter, falls jemand inzwischen die Regentrude mit dem Spruch geweckt hat! 🙂

Das Langbett, ein langgezogenes Großsteingrab aus vielen großen Findlingen in voller Länge. Auf der Erdanschüttung, die sich inmitten der Findlingsumrandung befindet, wachsen mehrere mächtige Eichen.

von Martje

Ein (?) Wikingerschiff mit seltsamem Drachenkopf…

Juli 11, 2014 in Ausflugstipps, Umgebung, Wikinger von Martje

Wikingerschiff mit rundgeschwungenem Drachenkopf, Schilden an der Bordwand nd zusammengerolltem rot-weiß gestreiftem Segel. Wir bekamen eine Postkarte mit einem Wikingerschiff vor der Schleswiger Skyline geschenkt. Im Hintergrund leuchtet entweder das weiße Schloss Gottorf oder vielleicht schon der Wikingturm als kleine Baustelle. Die Karte ist ziemlich alt und hat auf der Rückseite den aufgedruckten Text „Ferien auf historischem Boden“, „Campingplatz am Ufer der Schlei, Inhaber Ernst Wilh. Grimm“ – aber keinen Hinweis auf das Fotomotiv.

Eine Weile meinten wir, ein Wiedererkennungserlebnis zu haben, denn wir kanntes so eine Drachenkopf bereits aus Husum: Vor fast einem Jahr sahen wir im Schiffahrtsmuseum Nordfriesland Fotos, ein Modell und sogar den Drachenkopf dieses Schiffes. Aber die Infos, die wir jetzt suchten, erinnerten wir nicht mehr und auch ein Anruf in dem Museum in Husum brachte keine Hilfe.

Verglichen mit meinem Kopf, den ich gerade vorsichig in das Maul des Drachenkopfes stecke, ist dessen Größe beachtlich.

Daher nun die Frage: Wer kennt die Geschichte dieses Schiffes und weiß, welchem Namen es trug? Wir würden uns über Hinweise freuen!

Kaum ist dieser Text hochgeladen, kommt zufällig ein Fachmann vorbei und kann etwas aufklären: Das in Husum gezeigte Schiff ist nicht das auf der Postkarte! Sie sehen sich zwar sehr ähnlich, unterschieden sich jedoch an der Heckverzierung und in der Länge.

Schwarzweiß-Foto eines Drachenbootes

Das Schiff auf der Postkarte ist höchstwahrscheinlich die „Sebbe Als“, die laut der englischen Seite des Schiffes 1972 in Schleswig war. Gut, dann haben wir das Postkartenmotiv vielleicht geklärt. Aber was ist mit dem Schiff, dessen Kopf im Museum liegt?
Der Fachmann sagte auch, dass da mal etwas war mit einem Schiff, das zerbrach. Vielleicht handelt es sich dabei um das in Husum dokumentierte?

Drachenkopf, der insgesamt rundlich geformt ist und ein Maul wie ienen Schnabel hat.Seltsam, dass beide keinen wikingerzeitlichen Drachenkopf als Verzierung gewählt haben, sondern den sächsischen, aus dem 4. bis 6. Jahrhundert datierten Kopf, der bei der Ortschaft Appels nahe Antwerpen gefunden wurde. Tief aus dem Schlamm der Schelde wurde nur der schiffslose Kopf geborgen, der heute im British Museum in London ausgestellt ist. Oder als Kopie bei Beowulf Schleswig. 😉

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